2 Samuel 22
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| v | Zurcher1931 |
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| 1 | DAVID dichtete dem Herrn zu Ehren dieses Lied zu der Zeit, als ihn der Herr aus der Hand aller seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte. Er sprach: |
| 2 | Der Herr ist mein Fels, meine Burg und mein Erretter, / |
| 3 | mein Gott, mein Hort, auf den ich mich verlasse, / mein Schild und meines Heiles Horn, / meine Feste und meine Zuflucht, / mein Helfer, der du mir gegen Gewalttat hilfst! / (1) vgl. Anm. zu 1Sa 2:1. |
| 4 | Gepriesen, rufe ich, sei der Herr! / So werde ich vor meinen Feinden errettet. / |
| 5 | Mich hatten die Wogen des Todes umfangen, / die Bäche des Verderbens erschreckten mich; / |
| 6 | die Bande der Unterwelt umstrickten mich, / auf mich fielen die Schlingen des Todes. / |
| 7 | Als ich in Angst war, rief ich den Herrn an, / und ich schrie zu meinem Gott; / da hörte er meine Stimme von seinem Tempel, / und mein Schreien drang an sein Ohr. / |
| 8 | Da wankte und schwankte die Erde, / die Grundfesten des Himmels erbebten; / sie wankten, denn er war zornentbrannt. / |
| 9 | Rauch stieg auf in seiner Nase / und verzehrendes Feuer aus seinem Munde, / glühende Kohlen sprühten aus ihm. / |
| 10 | Er neigte den Himmel und fuhr herab, / Wolkendunkel unter seinen Füssen. / |
| 11 | Er fuhr auf dem Cherub und flog daher / und schwebte auf Flügeln des Windes. / |
| 12 | Er machte Finsternis um sich her zu seinem Gezelt, / dunkle Wasser und dichte Wolken; / |
| 13 | aus dem Glanze vor ihm / sprühten glühende Kohlen. / |
| 14 | Vom Himmel her donnerte der Herr, / der Höchste liess seine Stimme erschallen. / |
| 15 | Er schoss seine Pfeile und streute sie, / er schleuderte Blitze und jagte sie. / |
| 16 | Da sah man die Betten des Meeres, / aufgedeckt wurden die Gründe der Erde / vor dem Schelten des Herrn, / vor dem Schnauben seiner Nase. / |
| 17 | Er langte herab aus der Höhe, ergriff mich, / zog mich aus grossen Wassern, / |
| 18 | entriss mich meinem starken Feinde, / meinen Hassern, weil sie mir zu mächtig. / |
| 19 | Sie überfielen mich an meinem Unglückstage, / doch der Herr war meine Stütze / |
| 20 | und führte mich heraus ins Weite, / befreite mich, weil er Gefallen hat an mir. / |
| 21 | Der Herr tat mir nach meiner Gerechtigkeit, / nach der Reinheit meiner Hände vergalt er mir; / |
| 22 | denn ich hielt mich an des Herrn Wege, / fiel nicht frevelnd ab von meinem Gott. / |
| 23 | Ja, alle seine Rechte hatte ich vor Augen, / und seine Satzungen tat ich nicht von mir. / |
| 24 | Ich war unsträflich gegen ihn / und hütete mich vor meiner Sünde. / |
| 25 | Darum vergalt mir der Herr nach meiner Gerechtigkeit, / nach meiner Reinheit vor seinen Augen. / |
| 26 | Gegen den Frommen zeigst du dich fromm, / gegen den Redlichen redlich. / |
| 27 | Gegen den Reinen zeigst du dich rein, / gegen den Verkehrten verkehrt. / |
| 28 | Ja, du hilfst gedrücktem Volke, / doch hochfahrenden Sinn demütigst du. / |
| 29 | Denn du bist meine Leuchte, Herr, / und mein Gott erhellt meine Nacht. / |
| 30 | Denn mit dir zerbreche ich Wälle, / mit meinem Gott überspringe ich Mauern. / |
| 31 | Gottes Weg ist unsträflich, / das Wort des Herrn ist lauter; / Schild ist er allen, die auf ihn vertrauen. / |
| 32 | Denn wer ist Gott, als nur der Herr, / und wer ein Fels ausser unserem Gott? / |
| 33 | dem Gott, der mich mit Kraft umgürtet / und ebne Bahn mir schafft, / |
| 34 | der meine Füsse gleich den Hinden macht / und mich auf Höhen stellt, / |
| 35 | der meine Hände streiten lehrt / und meinen Arm den ehernen Bogen spannen! / |
| 36 | Du reichst mir den Schild deiner Hilfe, / und deine Güte macht mich gross. / |
| 37 | Weit schaffst du meinen Schritten Raum, / und meine Knöchel wanken nicht. / |
| 38 | Ich jage meinen Feinden nach und vernichte sie, / kehre nicht wieder, bis ich sie vertilgt. / |
| 39 | Ich schmettre sie nieder, sie stehen nicht mehr auf / und fallen unter meine Füsse, / |
| 40 | und du umgürtest mich mit Kraft zum Streite, / beugst, die sich wider mich erheben, unter mich. / |
| 41 | Du schaffst, dass meine Feinde vor mir fliehen, / und die mich hassen, sie vertilge ich. / |
| 42 | Sie schreien um Hilfe, - da ist kein Helfer - / zum Herrn, doch er erhört sie nicht. / |
| 43 | Und ich zermalme sie wie Staub der Erde, / wie Kot auf der Gasse zertrete ich sie. / |
| 44 | Du rettest mich aus den Kämpfen meines Volkes, / du setzest mich zum Haupt von Nationen, / und Leute, die ich nicht kannte, werden mir untertan. / |
| 45 | Die Söhne der Fremde schmeicheln mir, / auf blosses Gerücht werden sie mir gehorsam. / |
| 46 | Die Söhne der Fremde sinken hin / und kommen zitternd hervor aus ihren Schlössern. / |
| 47 | Der Herr lebt, und gepriesen ist mein Fels, / erhaben der Gott meines Heils, / |
| 48 | der Gott, der Rache mir verleiht / und die Völker unter mich zwingt, / |
| 49 | der du mich errettest von meinen Feinden / und über meine Widersacher mich erhebst, / mich befreist von dem Mann der Gewalttat. / |
| 50 | Darum will ich dich preisen, Herr, / unter den Völkern deinem Namen lobsingen, / |
| 51 | der du deinem König grosses Heil verleihst / und deinem Gesalbten Huld erweisest, / David und seinem Hause ewiglich. |