Job 19
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Hiob antwortete und sprach: |
| 2 | Was plaget ihrdoch meine Seele und peiniget mich mit Worten? |
| 3 | Ihr habt mich nun zehnmal gehohnet und schamet euch nicht, daß ihr mich also umtreibet. |
| 4 | Irre ich, so irre ich mir. |
| 5 | Aber ihr erhebet euch wahrlich wider mich und scheltet mich zu meiner Schmach. |
| 6 | Merket doch einst, daß mir Gott unrecht tut und hat mich mit seinem Jagestrick umgeben. |
| 7 | Siehe, ob ich schon schreie uber Frevel, so werde ich doch nicht erhoret; ich rufe, und ist kein Recht da. |
| 8 | Er hat meinen Weg verzaunet, daß ich nicht kann hinubergehen, und hat Finsternis auf meinen Steig gestellet. |
| 9 | Er hat meine Ehre mir ausgezogen und die Krone von meinem Haupt genommen. |
| 10 | Er hat mich zerbrochen urn und urn und laßt mich gehen, und hat ausgerissen meine Hoffnung wie einen Baum. |
| 11 | Sein Zorn ist über mich ergrimmet, und er achtet mich fur seinen Feind. |
| 12 | Seine Kriegsleute sind miteinander kommen und haben ihren Weg über mich gepflastert und haben sich urn meine Hütte her gelagert. |
| 13 | Er hat meine Brüder feme von mir getan, und meine Verwandten sind mirfremd worden. |
| 14 | Meine Nachsten haben sich entzogen, und meine Freunde haben mein vergessen. |
| 15 | Meine Hausgenossen und meine Magde achten mich fürfremd, ich bin unbekannt worden vor ihren Augen. |
| 16 | Ich rief meinem Knecht, und er antwortete mir nicht; ich mußte ihm flehen mit eigenem Munde. |
| 17 | Mein Weib stellet sich fremd, wenn ich ihr rufe; ich muß flehen den Kindern meines Leibes. |
| 18 | Auch die jungen Kinder geben nichts auf mich; wenn ich mich wider sie setze, so geben sie mir bose Worte. |
| 19 | Alle meine Getreuen haben Greuel an mir; und die ich liebhatte, haben sich wider mich gekehret. |
| 20 | Mein Gebein hanget an meiner Haut und Fleisch, und kann meine Zahne mit der Haut nicht bedecken. |
| 21 | Erbarmet euch mein, erbarmet euch mein, ihr, meine Freunde; denn die Hand Gottes hat mich geruhret. |
| 22 | Warum verfolget ihr mich gleich so wohl als Gott und konnet meines Fleisches nicht satt werden? |
| 23 | Ach, daß meine Reden geschrieben wurden! Ach, daß sie in ein Buch gestellet wurden, |
| 24 | mit einem eisernen Griffel auf Blei und zu ewigem Gedachtnis in einen Fels gehauen wurden! |
| 25 | Aber ich weiß, daß mein Erloser lebet; und er wird mich hernach aus der Erde auferwecken; |
| 26 | und werde danach mit dieser meiner Haut umgeben werden und werde in meinem Fleisch Gott sehen. |
| 27 | Denselben werde ich mir sehen, und meine Augen werden ihn schauen, und kein Fremder. Meine Nieren sind verzehret in meinem Schoß. |
| 28 | Denn ihr sprechet: Wie wollen wir ihn verfolgen und eine Sache zu ihm finden? |
| 29 | Furchtet euch vor dem Schwert; denn das Schwert ist der Zorn uber die Missetat, auf daß ihr wisset, daß ein Gericht sei. |