Job 29
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Und Hiob hub abermal an seine Spruche und sprach: |
| 2 | O daß ich ware wie in den vorigen Monden, in den Tagen, da mich Gott behutete, |
| 3 | da seine Leuchte uber meinem Haupte schien, und ich bei seinem Licht in der Finsternis ging; |
| 4 | wie ich war zur Zeit meiner Jugend, da Gottes Geheimnis uber meiner Hutte war; |
| 5 | da der Allmachtige noch mit mir war und meine Kinder um mich her; |
| 6 | da ich meine Tritte wusch in Butter, und die Felsen mir Olbache gossen; |
| 7 | da ich ausging zum Tor in der Stadt und lieft meinen Stuhl auf der Gasse bereiten; |
| 8 | da mich die Jungen sahen und sich versteckten, und die Alten vor mir aufstunden; |
| 9 | da die Obersten aufhoreten zu reden, und legten ihre Hand auf ihren Mund; |
| 10 | da die Stimme der Fursten sich verkroch, und ihre Zunge an ihrem Gaumen klebte. |
| 11 | Denn welches Ohr mich horete, der preisete mich selig, und welches Auge mich sah, der ruhmte mich. |
| 12 | Denn ich errettete den Armen, der da schrie, und den Waisen, der keinen Heifer hatte. |
| 13 | Der Segen des, der verderben sollte, kam uber mich; und ich erfreuete das Herz der Witwe. |
| 14 | Gerechtigkeit war mein Kleid, das ich anzog wie einen Rock; und mein Rechtwar mein fürstlicher Hut. |
| 15 | Ich war des Blinden Auge und des Lahmen Fufie. |
| 16 | Ich war ein Vater der Armen; und welche Sache ich nicht wuftte, die erforschete ich. |
| 17 | Ich zerbrach die Backenzahne des Ungerechten und rift den Raub aus seinen Zahnen. |
| 18 | Ich gedachte: Ich will in meinem Nest ersterben und meiner Tage viel machen wie Sand. |
| 19 | Meine Saat ging auf am Wasser; und der Tau blieb uber meiner Ernte. |
| 20 | Meine Herrlichkeit erneuerte sich immer an mir; und mein Bogen besserte sich in meiner Hand. |
| 21 | Man horete mirzu, und schwiegen und warteten auf meinen Rat. |
| 22 | Nach meinen Worten redete niemand mehr; und meine Rede troff auf sie. |
| 23 | Sie warteten auf mich wie auf den Regen und sperreten ihren Mund auf als nach dem Abendregen. |
| 24 | Wenn ich sie anlachte, wurden sie nicht zu kühn darauf, und das Licht meines Angesichts machte mich nicht geringer. |
| 25 | Wenn ich zu ihrem Geschafte wollte kommen, so muftte ich obenan sitzen und wohnete wie ein Konig unter Kriegsknechten, da ich trostete, die Leid trugen. |