Job 30
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Nun aber lachen mein, die jünger sind denn ich, welcher Vater ich verachtet hatte, zu stellen unter meine Schafhunde, |
| 2 | welcher Vermogen ich fur nichts hielt, die nicht zum Alter kommen konnten, |
| 3 | die vor Hunger und Kummer einsam flohen in die Einode, neulich verdorben und elend worden, |
| 4 | die da Nesseln ausrauften um die Busche, und Wacholderwurzel war ihre Speise; |
| 5 | und wenn sie die herausrissen, jauchzeten sie druber wie ein Dieb. |
| 6 | An den grausamen Bachen wohneten sie, in den Lochern der Erde und Steinritzen. |
| 7 | Zwischen den Buschen riefen sie und unter den Disteln sammelten sie, |
| 8 | die Kinder loser und verachteter Leute, die die Geringsten im Lande waren. |
| 9 | Nun bin ich ihr Saitenspiel worden und muft ihr Marlein sein. |
| 10 | Sie haben einen Greuel an mir und machen sich feme von mir und schonen nicht, vor meinem Angesicht zu speien. |
| 11 | Sie haben mein Seil ausgespannet und mich zunichte gemacht und das Meine abgezaumet. |
| 12 | Zur Rechten, da ich grünete, haben sie sich wieder mich gesetzt und haben meinen Fuft ausgestoften; und haben uber mich einen Weg gemacht, mich zu verderben. |
| 13 | Sie haben meine Steige zerbrochen; eswar ihnen so leicht, mich zu beschadigen, daß sie keiner Hilfe dazu bedurften. |
| 14 | Sie sind kommen, wie zurweiten Lücke herein, und sind ohne Ordnung dahergefallen. |
| 15 | Schrecken hat sich gegen mich gekehret und hat verfolget wie der Wind meine Herrlichkeit und wie eine laufende Wolke meinen glückseligen Stand. |
| 16 | Nun aber gieftt sich aus meine Seele uber mich, und mich hat ergriffen die elende Zeit. |
| 17 | Des Nachts wird mein Gebein durchbohret allenthalben, und die mich jagen, legen sich nicht schlafen. |
| 18 | Durch die Menge der Kraft werde ich anders und anders gekleidet; und man gurtet mich damit wie mit dem Loch meines Rocks. |
| 19 | Man hat mich in Kot getreten und gleich geachtet dem Staub und Asche. |
| 20 | Schreie ich zu dir, so antwortest du mir nicht; trete ich hervor, so achtest du nicht auf mich. |
| 21 | Du bist mir verwandelt in einen Grausamen und zeigest deinen Gram an mir mit der Starke deiner Hand. |
| 22 | Du hebest mich auf und lassest mich auf dem Winde fahren und zerschmelzest mich kraftiglich. |
| 23 | Denn ich weift, du wirst mich dem Tode überantworten; da istdas bestimmte Haus aller Lebendigen. |
| 24 | Doch wird er nicht die Hand ausstrecken ins Beinhaus, und werden nicht schreien vor seinem Verderben. |
| 25 | Ich weinete ja in der harten Zeit, und meine Seele jammerte der Armen. |
| 26 | Ich wartete des Guten, und kommt das Bose; ich hoffte aufs Licht, und kommt Finsternis. |
| 27 | Meine Eingeweide sieden und horen nicht auf; mich hat uberfallen die elende Zeit. |
| 28 | Ich gehe schwarz einher, und brennet mich doch keine Sonne nicht; ich stehe auf in der Gemeine und schreie. |
| 29 | Ich bin ein Bruder der Schlangen und ein Geselle derßtraulien. |
| 30 | Meine Haut über mir ist schwarz worden, und meine Gebeine sind verdorret vor Hitze. |
| 31 | Meine Harfe ist eine Klage worden und meine Pfeife ein Weinen. |