Job 31
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, daß ich nicht achtete auf eine Jungfrau. |
| 2 | Was gibt mir aber Gott zu Lohn von oben? und was fur ein Erbe der Allmachtige von der Hohe? |
| 3 | Sollte nicht billiger der Ungerechte solch Unglück haben, und ein Ubeltater so verstolien werden? |
| 4 | Siehet er nicht meine Wege und zahlet alle meine Gange? |
| 5 | Hab ich gewandelt in Eitelkeit? Oder hat mein Fußgeeiletzum Betrug? |
| 6 | So wage man mich auf rechter Waage, so wird Gott erfahren meine Frommigkeit. |
| 7 | Hat mein Gang gewichen aus dem Wege und mein Herz meinen Augen nachgefolget, und ist etwas in meinen Handen beklebet, |
| 8 | so musse ich saen, und ein anderer fresse es, und mein Geschlecht musse ausgewurzelt werden. |
| 9 | Hat sich mein Herz lassen reizen zum Weibe, und habe an meines Nachsten Turgelauert, |
| 10 | so musse mein Weib von einem andern geschandet werden, und andere mussen sie beschlafen. |
| 11 | Denn das ist ein Laster und eine Missetat fur die Richter. |
| 12 | Denn das ware ein Feuer, das bis ins Verderben verzehrete und all mein Einkommen auswurzelte. |
| 13 | Hab ich verachtet das Recht meines Knechts Oder meiner Magd, wenn sie eine Sache wider mich hatten, |
| 14 | was wollte ich tun, wenn Gott sich aufmachte, und was würde ich antworten, wenn er heimsuchte? |
| 15 | Hat ihn nicht auch der gemacht, der mich in Mutterleibe machte, und hat ihn im Leibe ebensowohl bereitet? |
| 16 | Hab ich den Durftigen ihre Begierde versagt und die Augen der Witwen lassen verschmachten? |
| 17 | Hab ich meinen Bissen allein gegessen, und nicht der Waise auch davon gegessen? |
| 18 | Denn ich habe mich von Jugend auf gehalten wie ein Vater; und von meiner Mutter Leibe an hab ich gerne getrostet. |
| 19 | Hab ich jemand sehen umkommen, daß er kein Kleid hatte, und den Armen ohne Decke gehen lassen? |
| 20 | Haben mich nicht gesegnet seine Seiten, da er von den Fellen meiner Lammer erwarmet ward? |
| 21 | Hab ich meine Hand an den Waisen gelegt, weil ich mich sah im Tor Macht zu helfen haben, |
| 22 | so falle meine Schulter von der Achsel, und mein Arm breche von der Rohre. |
| 23 | Denn ich furchte Gott, wie einen Unfall über mich, und konnte seine Last nicht ertragen. |
| 24 | Hab ich das Gold zu meiner Zuversicht gestellet und zu dem Goldklumpen gesagt: Mein Trost? |
| 25 | Hab ich mich gefreuet, daß ich grol J, Gut hatte und meine Hand allerlei erworben hatte? |
| 26 | Hab ich das Licht angesehen, wenn es helle leuchtete, und den Mond, wenn er voll ging? |
| 27 | Hat sich mein Herz heimlich bereden lassen, daß meine Hand meinen Mund kusse? |
| 28 | Welches ist auch eine Missetat fur die Richter; denn damit hatte ich verleugnet Gott von oben. |
| 29 | Hab ich mich gefreuet, wenn's meinem Feinde ubel ging, und habe mich erhoben, daß ihn Unglück betreten hatte? |
| 30 | Denn ich liel? meinen Mund nicht sundigen, daß er wünschte einen Fluch seiner Seele. |
| 31 | Haben nicht die Manner in meiner Hütte mussen sagen: O wollte Gott, daß wirvon seinem Fleisch nicht gesattiget würden! |
| 32 | Draulien mulite der Gast nicht bleiben, sondern meine Tür tat ich dem Wanderer auf. |
| 33 | Hab ich meine Schalkheit wie ein Mensch gedeckt, daß ich heimlich meine Missetat verbarge? |
| 34 | Hab ich mir grauen lassen vor der grolien Menge, und hat die Verachtung der Freundschaften mich abgeschreckt? Ich blieb stille und ging nicht zur Tür aus. |
| 35 | Wer gibt mir einen Verhorer, daß meine Begierde der Allmachtige erhore, daß jemand ein Buch schriebe von meiner Sache? |
| 36 | So wollt ich's auf meine Achseln nehmen und mir wie eine Krone umbinden. |
| 37 | Ich wollte die Zahl meiner Gange ansagen und wie ein Fürst wollte ich sie darbringen. |
| 38 | Wird mein Land wider mich schreien und miteinander seine Furchen weinen; |
| 39 | hab ich seine Fruchte unbezahlt gegessen und das Leben der Ackerleute sauer gemacht, |
| 40 | so wachsen mir Disteln fur Weizen und Dornen fur Gerste. Die Worte Hiobs haben ein Ende. |