Job 33
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| v | Zurcher1931 |
|---|---|
| 1 | Nun aber höre, Hiob, meine Rede, / und all meinen Worten leihe dein Ohr. / |
| 2 | Sieh doch, ich tue meinen Mund auf, / es redet die Zunge an meinem Gaumen. / |
| 3 | Mein Herz strömt über von Worten der Einsicht, / Lauteres reden meine Lippen. / |
| 4 | Der Geist Gottes hat mich geschaffen, / und der Odem des Allmächtigen gibt mir Leben. / |
| 5 | Wenn du kannst, so gib mir Antwort, / lege es mir vor und stelle dich! / |
| 6 | Siehe, ich stehe zu Gott wie du, / vom Lehm genommen bin auch ich. / (a) Hio 10:9; 1Mo 2:7 |
| 7 | Sieh, Furcht vor mir soll dich nicht schrecken / und meine Hand nicht auf dir lasten. / (a) Hio 13:21 |
| 8 | Nur hast du vor meinen Ohren gesagt - / und ich habe den Laut deiner Worte gehört -: / |
| 9 | "Rein bin ich, ohne Missetat, / lauter bin ich und frei von Schuld. / (a) Hio 16:17 |
| 10 | Sieh, Anklagen erfindet er wider mich, / er hält mich für seinen Feind. / (a) Hio 13:24; 19:11 |
| 11 | Er legt meine Füsse in den Block / und hat acht auf alle meine Pfade." / (a) Hio 13:27 |
| 12 | Sieh, da hast du nicht Recht, erwidre ich dir; / denn Gott ist grösser als der Mensch. / |
| 13 | Warum haderst du wider ihn: / "Auf all mein Reden gibt er nicht Antwort"? / |
| 14 | Denn durch eines redet Gott / und durch zwei - man achtet's nicht. / |
| 15 | Im Traum, im Nachtgesichte, / wenn auf Menschen Tiefschlaf fällt, / im Schlummer auf dem Lager, / |
| 16 | da öffnet er das Ohr der Menschen / und erschreckt sie durch seine Verwarnung, / (a) Hio 36:10 |
| 17 | den Menschen abzubringen vom Unrecht / und den Hochmut aus dem Manne zu tilgen, / |
| 18 | seine Seele vor der Grube zu bewahren / und sein Leben vor dem Gang zum Totenreich. / |
| 19 | Auch wird er gemahnt durch Schmerz auf seinem Lager, / wenn der Kampf in seinem Gebein gewaltig tobt. / |
| 20 | Da wird durch sein Leben ihm das Brot verleidet, / durch seine Unlust die Lieblingsspeise. / |
| 21 | Hinschwindet sein Fleisch, dass man es nicht mehr sieht, / und bloss wird sein Gebein, das man (zuvor) nicht sah; / |
| 22 | seine Seele naht der Grube und sein Leben den Todesengeln. / |
| 23 | Ist dann ein Engel für ihn da, / ein Mittler, einer aus den Tausend, / und der erklärt dem Menschen seine Züchtigung, / |
| 24 | und er erbarmt sich sein und spricht: / "Lass ihn los, dass er nicht hinab zur Grube fahre; / ich habe ein Lösegeld gefunden", / |
| 25 | so schwillt sein Fleisch von Jugendkraft, / er kehrt zurück zu den Tagen der Jugend. / |
| 26 | Er betet zu Gott, und der ist ihm gnädig, / lässt ihn sein Angesicht mit Jauchzen schauen / und gibt dem Menschen die Unschuld wieder. / |
| 27 | Er wird vor den Leuten lobsingen und sagen: / "Ich habe gesündigt und das Recht verkehrt; / aber er hat mir nicht nach meiner Schuld vergolten. / |
| 28 | Er hat mein Leben bewahrt vor der Grube, / und meine Seele schaut mit Lust das Licht." / |
| 29 | Siehe, dies alles tut Gott / zweimal und dreimal mit dem Menschen: / |
| 30 | er holt seine Seele zurück aus der Grube, / dass er sich freue am Lichte des Lebens. / (a) Ps 56:14 |
| 31 | Merke auf, Hiob, und höre mir zu; / schweige, dass ich reden kann. / |
| 32 | Hast du Worte, so gib mir Antwort; / sag an, denn gerne gäbe ich dir Recht. / |
| 33 | Wenn nicht, so höre du mir zu; / schweige, so will ich dich Weisheit lehren. |