Job 6
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Hiob antwortete und sprach: |
| 2 | Wenn man meinen Jammer woge und mein Leiden zusammen in eine Waage legte, |
| 3 | so würde es schwerer sein denn Sand am Meer; darum ist's umsonst, was ich rede. |
| 4 | Denn die Pfeile des Allmachtigen stecken in mir, derselben Grimm sauft aus meinen Geist, und die Schrecknisse Gottes sind auf mich gerichtet. |
| 5 | Das Wild schreiet nicht, wenn es Gras hat; der Ochse bloket nicht, wenn er sein Futter hat. |
| 6 | Kann man auch essen, das ungesalzen ist? Oder wer mag kosten das Weite um den Dotter? |
| 7 | Was meiner Seele widerte anzuruhren, das ist meine Speise vor Schmerzen. |
| 8 | O daß meine Bitte geschahe, und Gott gabe mir, wes ich hoffe! |
| 9 | Dali Gott anfinge und zerschluge mich und liete seine Hand gehen und zerscheiterte mich! |
| 10 | So hatte ich noch Trost und wollte bitten in meiner Krankheit, daß er nur nicht schonete. Habe ich doch nicht verleugnet die Rede des Heiligen. |
| 11 | Was ist meine Kraft, daß ich moge beharren? und welch ist mein Ende, daß meine Seele geduldig sollte sein? |
| 12 | Ist doch meine Kraft nicht steinern, so ist mein Fleisch nicht ehern. |
| 13 | Habe ich doch nirgend keine Hilfe, und mein Vermogen istweg. |
| 14 | Wer Barmherzigkeit seinem Nachsten weigert, der verlasset des Allmachtigen Furcht. |
| 15 | Meine Bruder gehen verachtlich vor mir uber, wie ein Bach, wie die Wasserstrome vorüberflielien. |
| 16 | Doch, welche sich vor dem Reif scheuen, uber die wird der Schnee fallen. |
| 17 | Zur Zeit, wenn sie die Hitze drucken wird, werden sie verschmachten, und wenn es heili wird, werden sie vergehen von ihrer Statte. |
| 18 | Ihr Weg gehet beiseit aus; sie treten auf das Ungebahnte und werden umkommen. |
| 19 | Sie sehen auf die Wege Themas; auf die Pfade Reicharabias warten sie. |
| 20 | Aber sie werden zuschanden werden, wenn's am sichersten ist, und sich schamen müssen, wenn sie dahin kommen. |
| 21 | Denn ihr seid nun zu mir kommen; und weil ihr Jammer sehet, furchtet ihr euch. |
| 22 | Habe ich auch gesagt: Bringet her und von eurem Vermogen schenket mir |
| 23 | und errettet mich aus der Hand des Feindes und erloset mich von der Hand der Tyrannen? |
| 24 | Lehret mich, ich will schweigen; und was ich nicht weiß, das unterweiset mich. |
| 25 | Warum tadelt ihr die rechte Rede? Wer ist unter euch, der sie strafen konnte? |
| 26 | Ihr erdenket Worte, daß ihr nur strafet, und daß ihr nur paustet Worte, die mich verzagt machen sollen. |
| 27 | Ihr fallet uber einen armen Waisen und grabet eurem Nachsten Gruben. |
| 28 | Doch weil ihr habt angehoben, sehet auf mich, ob ich vor euch mit Lügen bestehen werde. |
| 29 | Antwortet, was recht ist; meine Antwort wird noch recht bleiben. |
| 30 | Was gilt's, ob meine Zunge unrecht habe und mein Mund Boses vorgebe? |