Job 6
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| v | Zurcher1931 |
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| 1 | HIOB antwortete und sprach: |
| 2 | O dass man doch meinen Unmut wöge / und mein Unglück zugleich auf die Waage legte! / |
| 3 | Denn nun ist es schwerer als der Sand der Meere; / darum ging irre meine Rede. / |
| 4 | Denn die Pfeile des Allmächtigen stecken in mir, / und mein Geist saugt ein ihr glühend Gift; / die Schrecken Gottes verstören mich. / |
| 5 | Schreit wohl der Wildesel, wenn er Gras hat? / und brüllt das Rind bei seinem Futter? / |
| 6 | Kann man auch Fades essen ohne Salz? / ist Wohlgeschmack im Schleim des Dotters? / |
| 7 | Meine Seele sträubt sich, daran zu rühren, / ihr ekelt ob meiner unreinen Speise. / |
| 8 | O dass doch einträfe, was ich begehre, / und Gott mir gäbe, was ich gehofft! / |
| 9 | Dass es Gott doch gefiele, mich zu zermalmen, / dass er seine Hand ausreckte und schnitte mich ab! / |
| 10 | So wäre doch das noch mein Trost, / und frohlocken wollt' ich im schonungslosen Schmerz! / Denn nicht habe ich verleugnet die Worte des Heiligen. / |
| 11 | Was ist meine Kraft, dass ich ausharre? / und was ist mein Ende, dass ich mich gedulde? / |
| 12 | Ist denn meine Kraft die Kraft von Steinen? / oder ist mein Fleisch von Erz? / |
| 13 | Fürwahr, aus ist es mit eigner Hilfe, / und rettender Rat ist mir verscheucht. / |
| 14 | Wer dem Verzagenden Güte versagt, / der gibt die Furcht des Allmächtigen auf. / |
| 15 | Meine Brüder trügen wie ein Bach, / wie Rinnsale, die über das Ufer treten, / (a) Jer 12:6 |
| 16 | die schmutzig trübe sind vom Eis, / in die der Schnee sich (schmelzend) birgt - / |
| 17 | wenn sie durchglüht werden, sind sie verschwunden, / sind, wenn es heiss wird, von ihrer Stätte versiegt. / |
| 18 | Es biegen ab vom Weg die Karawanen, / ziehen hin in die Öde und kommen um. / |
| 19 | Es schauen aus die Karawanen von Thema, / die Wanderzüge von Saba hoffen auf sie; / |
| 20 | doch sie werden betrogen in ihrem Vertrauen, / sie kommen hin und werden zuschanden. / |
| 21 | So seid ihr jetzt für mich geworden; / ihr schaut das Schreckliche, und ihr schaudert. / |
| 22 | Habe ich etwa gebeten: "Gebt mir, von eurem Vermögen / bringet Geschenke für mich, / |
| 23 | errettet mich aus der Hand des Bedrängers / und kaufet mich los aus der Gewalt der Tyrannen"? / |
| 24 | Belehret mich, und ich will schweigen; / worin ich gefehlt habe, saget mir an. / |
| 25 | Wie wirksam sind doch aufrichtige Reden! / Aber was tadelt ein Tadel von euch? / |
| 26 | Worte zu rügen gedenket ihr? / In den Wind gehen doch des Verzweifelten Reden! / |
| 27 | Selbst um eine Waise würdet ihr losen, / würdet feilschen um euren Freund. / |
| 28 | Nun aber, wollet euch doch zu mir wenden! / Ins Angesicht lüge ich euch wahrlich nicht. / |
| 29 | Kehret doch um! es geschehe kein Unrecht! / Ja, kehret um! noch bin ich im Recht. / |
| 30 | Ist etwa Unrecht auf meiner Zunge? / Schmeckt nicht mein Gaumen das Unglück? / |