Job 7
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Muß nicht der Mensch immer im Streit sein auf Erden, und seine Tage sind wie eines Taglohners? |
| 2 | Wie ein Knecht sich sehnet nach dem Schatten und ein Taglohner, daß seine Arbeit aus sei, |
| 3 | also habe ich wohl ganze Monden vergeblich gearbeitet, und elende Nachte sind mirviel worden. |
| 4 | Wenn ich mich legte, sprach ich: Wann werde ich aufstehen? Und danach rechnete ich, wenn es Abend wollte werden; denn ich war ganz ein Scheusal jedermann, bis es finster ward. |
| 5 | Mein Fleisch ist urn und urn wurmig und kotig: meine Haut ist verschrumpft und zunichte worden. |
| 6 | Meine Tage sind leichter dahingeflogen denn eine Weberspule und sind vergangen, daß kein Aufhalten dagewesen ist. |
| 7 | Gedenke, daß mein Leben ein Wind ist, und meine Augen nicht wiederkommen, zu sehen das Gute. |
| 8 | Und kein lebendig Auge wird mich mehr sehen. Deine Augen sehen mich an; daruber vergehe ich. |
| 9 | Eine Wolke vergehet und fahret dahin; also, wer in die Holle hinunterfahrt, kommt nicht wieder herauf |
| 10 | und kommt nicht wieder in sein Haus, und sein Ort kennet ihn nicht mehr. |
| 11 | Darum will auch ich meinem Munde nicht wehren; ich will reden von der Angst meines Herzens und will heraussagen von der Betrubnis meiner Seele. |
| 12 | Bin ich denn ein Meer Oder ein Walfisch, daß du mich so verwahrest? |
| 13 | Wenn ich gedachte, mein Bett soil mich trosten, mein Lager soil mir's leichtern; |
| 14 | wenn ich mit mir selbst rede, so erschreckst du mich mit Traumen und machst mir Grauen, |
| 15 | daß meine Seele wünschet erhangen zu sein, und meine Gebeine den Tod. |
| 16 | Ich begehre nicht mehrzu leben. Hore auf von mir, denn meine Tage sind vergeblich gewesen. |
| 17 | Was ist ein Mensch, daß du ihn groß achtest und bekümmerst dich mit ihm? |
| 18 | Du suchest ihn taglich heim und versuchest ihn alle Stunde. |
| 19 | Warum tustdu dich nicht von mir und lassest nicht ab, bis ich meinen Speichel schlinge? |
| 20 | Habe ich gesundiget, was soil ich dir tun, o du Menschenhuter? Warum machst du mich, daß ich auf dich stoße und bin mir selbst eine Last? |
| 21 | Und warum vergibst du mir meine Missetat nicht und nimmst nicht weg meine Sunde? Denn nun werde ich mich in die Erde legen; und wenn man mich morgen suchet, werde ich nicht da sein. |