Job 9
aligned by seat — same row, same verse, whatever each bible numbers it
| v | Luther2021 |
|---|---|
| 1 | Hiob antwortete und sprach: |
| 2 | Ja, ich weiß fast wohl, daß also ist, daß ein Mensch nicht rechtfertig bestehen mag gegen Gott. |
| 3 | Hat er Lust, mit ihm zu hadern, so kann er ihm auf tausend nicht eins antworten. |
| 4 | Er istweise und machtig wem ist's je gelungen, der sich wider ihn gelegt hat? |
| 5 | Er versetzt Berge, ehe sie es inne werden, die er in seinem Zorn umkehret. |
| 6 | Er weget ein Land aus seinem Ort, daß seine Pfeiler zittern. |
| 7 | Er spricht zur Sonne, so gehet sie nicht auf, und versiegelt die Sterne. |
| 8 | Er breitet den Himmel aus allein und gehet auf den Wogen des Meers. |
| 9 | Er machet den Wagen am Himmel und Orion und die Glucke und die Sterne gegen Mittag. |
| 10 | Er tut grolie Dinge, die nicht zu forschen sind, und Wunder, deren keine Zahl ist. |
| 11 | Siehe, er gehet vor mir uber, ehe ich's gewahr werde, und verwandelt sich, ehe ich's merke. |
| 12 | Siehe, wenn ergeschwind hinfahret, werwill ihn wiederholen? Wer will zu ihm sagen: Was machst du? |
| 13 | Er ist Gott, seinen Zorn kann niemand stillen; unter ihm müssen sich beugen die stolzen Herren. |
| 14 | Wie sollt ich denn ihm antworten und Worte finden gegen ihn? |
| 15 | Wenn ich auch gleich recht habe, kann ich ihm dennoch nicht antworten sondern ich mülite urn mein Recht flehen. |
| 16 | Wenn ich ihn schon anrufe, und er mich erhoret, so glaube ich doch nicht, daß er meine Stimme hore. |
| 17 | Denn erfahret uber mich mit Ungestüm und macht mir der Wunden viel ohne Ursache. |
| 18 | Er lalit meinen Geist sich nicht erquicken, sondern macht mich voll Betrubnis. |
| 19 | Will man Macht; so isterzu machtig; will man Recht, werwill mein Zeuge sein? |
| 20 | Sage ich, daß ich gerecht bin; so verdammet er mich doch; bin ich fromm, so macht er mich doch zu Un recht. |
| 21 | Bin ich denn fromm, so darf sich’s meine Seele nicht annehmen. Ich begehre keines Lebens mehr. |
| 22 | Das ist das Eine, das ich gesagt habe: Er bringet urn beide den Frommen und Gottlosen. |
| 23 | Wenn er anhebt zu geitieln, so dringet er fort bald zum Tode und spottet der Anfechtung der Unschuldigen. |
| 24 | Das Land aber wird gegeben unter die Hand des Gottlosen, daß er ihre Richter unterdrucke. Ist's nicht also? Wie sollte es anders sein? |
| 25 | Meine Tage sind schneller gewesen denn ein Laufer; sie sind geflohen und haben nichts Gutes erlebt. |
| 26 | Sie sind vergangen wie die starken Schiffe, wie ein Adler fleugt zur Speise. |
| 27 | Wenn ich gedenke, ich will meiner Klage vergessen und meine Gebarde lassen fahren und mich erquicken, |
| 28 | so furchte ich alle meine Schmerzen, weil ich weili, daß du mich nicht unschuldig sein lassest. |
| 29 | Bin ich denn gottlos, warum leide ich denn solche vergebliche Plage? |
| 30 | Wenn ich mich gleich mit Schneewasser wunsche und reinigte meine Hande mit dem Brunnen, |
| 31 | so wirst du mich doch tunken in Kot, und werden mir meine Kleider scheulilich anstehen. |
| 32 | Denn er ist nicht meinesgleichen, dem ich antworten mochte, daü wir vor Gericht miteinander kamen. |
| 33 | Es ist unter uns kein Schiedsmann, noch der seine Hand zwischen uns beide lege. |
| 34 | Er nehme von mir seine Rute und lasse sein Schrecken von mir, |
| 35 | daß ich moge reden und mich nicht vor ihm furchten durfe; sonst kann ich nichts tun, das fur mich sei. |