John 12
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Sechs Tage vor Ostern kam Jesus gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferwecket hatte von den Toten. |
| 2 | Daselbst machten sie ihm ein Abendmahl, und Martha dienete; Lazarus aber war der einer, die mit ihm zu Tische salien. |
| 3 | Da nahm Maria ein Pfund Salbe von ungefalschter, kbstlicher Narde und salbete die Fülie Jesu und trocknete mit ihrem Haar seine Fulie. Das Haus aber ward voll vom Geruch der Salbe. |
| 4 | Da sprach seiner Jünger einer, Judas, Simons Sohn, Ischariot, der ihn hernach verriet: |
| 5 | Warum ist diese Salbe nicht verkauft um dreihundert Groschen und den Armen gegeben? |
| 6 | Das sagte er aber nicht, daß er nach den Armen fragte, sondern er war ein Dieb und hatte den Beutel und trug, was gegeben ward. |
| 7 | Da sprach Jesus: Laü sie mit Frieden! Solches hat sie behalten zum Tage meines Begrabnisses. |
| 8 | Denn Arme habt ihr allezeit bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. |
| 9 | Da erfuhr viel Volks der Juden, daß er daselbst war, und kamen nicht um Jesu willen allein, sondern daß sie auch Lazarus sahen, welchen er von den Toten erweckt hatte. |
| 10 | Aber die Hohenpriester trachteten danach, daß sie auch Lazarus toteten. |
| 11 | Denn um seinetwillen gingen viel Juden hin und glaubten an Jesum. |
| 12 | Des andern Tages, viel Volks, das aufs Fest kommen war, da es horete, daß Jesus kommt gen Jerusalem, |
| 13 | nahmen sie Palmenzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrieen: Hosianna! Gelobet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, ein Konig von Israel! |
| 14 | Jesus aber überkam ein Eselein und rittdarauf, wie denn geschrieben stehet: |
| 15 | Furchte dich nicht, du Tochter Zion; siehe, dein Konig kommt reitend auf einem Eselsfullen! |
| 16 | Solches aber verstunden seine Jünger zuvor nicht, sondern da Jesus verklaret ward, da dachten sie daran, daß solches war von ihm geschrieben, und sie solches ihm getan hatten. |
| 17 | Das Volk aber, das mit ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmetedie Tat. |
| 18 | Darum ging ihm auch das Volk entgegen, da sie horeten, er hatte solches Zeichen getan. |
| 19 | Die Pharisaer aber sprachen untereinander: Ihr sehet, daß ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt lauft ihm nach. |
| 20 | Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkommen waren, daß sie anbeteten auf das Fest. |
| 21 | Die traten zu Philippus, der von Bethsaida aus Galilaa war, baten ihn und sprachen: Herr, wirwollten Jesum gerne sehen. |
| 22 | Philippus kommt und sagt's Andreas, und Philippus und Andreas sagten's weiter Jesu. |
| 23 | Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist kommen, daß des Menschen Sohn verklaret werde. |
| 24 | Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es sei denn, daß das Weizenkorn in die Erde falle und ersterbe, so bleibt's alleine; wo es aber erstirbt, so bringt's viel Fruchte. |
| 25 | Wersein Leben liebhat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasset, der wird's erhalten zum ewigen Leben. |
| 26 | Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soil mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vaterehren. |
| 27 | Jetzt ist meine Seele betrubet. Und was soil ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in diese Stunde kommen. |
| 28 | Vater, verklare deinen Namen! Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich hab' ihn verklaret und will ihn abermal verklaren. |
| 29 | Da sprach das Volk, das dabeistund und zuhorete: Es donnerte! Die andern sprachen: Es redete ein Engel mit ihm. |
| 30 | Jesus antwortete und sprach: Diese Stimme ist nicht um meinetwillen geschehen, sondern um euretwillen. |
| 31 | Jetzt gehet das Gericht uber die Welt; nun wird der Furst dieser Welt ausgestolien werden. |
| 32 | Und ich, wenn ich erhohet werde von der Erde, so will ich sie alle zu mir ziehen. |
| 33 | Das sagte er aber, zu deuten, welches Todes er sterben wurde. |
| 34 | Da antwortete ihm das Volk: Wir haben gehoret im Gesetz, daß Christus ewiglich bleibe; und wie sagst du denn, des Menschen Sohn muli erhohet werden? Wer ist dieser Menschensohn? |
| 35 | Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, dieweil ihr das Licht habt, daß euch die Finsternisse nicht überfallen. Wer in Finsternis wandelt, derweili nicht, wo er hingehet. |
| 36 | Glaubet an das Licht, dieweil ihr's habt, auf daß ihr des Lichtes Kinder seid. |
| 37 | Solches redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Und ob er wohl solche Zeichen vor ihnen tat, glaubten sie doch nicht an ihn, |
| 38 | auf daß erfullet wurde der Spruch des Propheten Jesaja, den er sagt: Herr, wer glaubet unserm Predigen, und wem ist der Arm des Herrn offenbaret? |
| 39 | Darum konnten sie nicht glauben; denn Jesaja sagt abermal: |
| 40 | Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstocket, dafi sie mit den Augen nicht sehen, noch mit dem Herzen vernehmen und sich bekehren, und ich ihnen hülfe. |
| 41 | Solches sagte Jesaja, da er seine Herrlichkeit sah und redete von ihm. |
| 42 | Doch der Obersten glaubten viel an ihn; aber um der Pharisaer willen bekannten sie es nicht, daß sie nicht in den Bann getan wurden; |
| 43 | denn sie hatten lieberdie Ehre bei den Menschen denn die Ehre bei Gott. |
| 44 | Jesus aber rief und sprach: Wer an mich glaubet, der glaubet nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. |
| 45 | Und wer mich siehet, der siehet den, der mich gesandt hat. |
| 46 | Ich bin kommen in die Welt ein Licht, auf daü, wer an mich glaubet, nicht in Finsternis bleibe. |
| 47 | Und wer meine Worte horet und glaubet nicht, den werde ich nicht richten; denn ich bin nicht kommen; da(J ich die Welt richte, sondern dafi ich die Welt selig mache. |
| 48 | Wer mich verachtet und nimmt meine Worte nicht auf, der hat schon, der ihn richtet: das Wort, welches ich geredet habe, das wird ihn richten am Jungsten Tage. |
| 49 | Denn ich habe nicht von mir selber geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich tun und reden soil. |
| 50 | Und ich weili, daß sein Gebot ist das ewige Leben. Darum, was ich rede, das rede ich also, wie mir der Vater gegeben hat. |