Lamentations 5
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| v | Zurcher1931 |
|---|---|
| 1 | GEDENKE, o Herr, was uns geschehen, schau her und sieh unsre Schmach! / |
| 2 | Unser Erbe ist Fremden zugefallen, Ausländern unsre Häuser. / |
| 3 | Wir sind Waisen geworden, vaterlos, unsre Mütter zu Witwen. / |
| 4 | Das Wasser, das wir trinken, müssen wir bezahlen, nur um Geld bekommen wir Holz. / |
| 5 | Auf dem Nacken sitzen uns die Verfolger; wir sind ermattet, man gönnt uns nicht Ruhe. / |
| 6 | Den Ägyptern unterwerfen wir uns, den Assyrern, um uns satt zu essen. / |
| 7 | Unsre Väter haben gesündigt, sie sind nicht mehr; und wir, wir tragen ihre Schuld. / |
| 8 | Knechte beherrschen uns, niemand entreisst uns ihrer Hand. / |
| 9 | Mit Lebensgefahr holen wir unser Brot, in Furcht vor dem Schwert der Wüste. / |
| 10 | Unsre Haut glüht wie ein Ofen vor den Gluten des Hungers. / |
| 11 | Frauen wurden in Zion geschändet, Mädchen in den Städten Judas. / |
| 12 | Die Fürsten wurden durch ihre Hand gehängt, die Ältesten nicht geehrt. / |
| 13 | Jünglinge mussten die Handmühle tragen, und Knaben strauchelten unter der Holzlast. / |
| 14 | Die Greise beraten nicht mehr im Tor, die Jünglinge lassen ihr Saitenspiel. / |
| 15 | Die Freude unsres Herzens hat ein Ende, unser Reigen hat sich in Klage verkehrt. / |
| 16 | Die Krone unsres Hauptes ist gefallen. Wehe uns, dass wir gesündigt haben! / (a) Jer 13:18 |
| 17 | Darob ist unser Herz krank geworden, darob sind unsre Augen trübe, / |
| 18 | dass der Berg Zion wüste liegt, dass Füchse darauf streifen. / |
| 19 | Du, o Herr, thronest in Ewigkeit, dein Thron steht für und für. / (a) Ps 9:8; 102:13; 103:19 |
| 20 | Warum willst du unser auf immer vergessen, uns so lange verlassen? / |
| 21 | Führe uns zu dir zurück, o Herr, auf dass wir wiederkehren! / Erneuere unsre Tage wie vor alters! / (a) Jer 17:14; 31:18 |
| 22 | Oder hast du uns gänzlich verworfen, zürnest uns gar so sehr? |