Matthew 26
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| v | Luther2021 |
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| 1 | Und es begab sich, da Jesus alle diese Reden vollendet hatte, sprach er zu seinen Jungern: |
| 2 | Ihrwisset, daü nach zwei Tagen Ostern wird, und des Menschen Sohn wird uberantwortet werden, daß er gekreuziget werde. |
| 3 | Da versammelten sich die Hohenpriester und Schriftgelehrten und die Altesten im Volk in dem Palast des Hohenpriesters, der da hieft Kaiphas, |
| 4 | und hielten Rat, wie sie Jesum mit List griffen und toteten. |
| 5 | Sie sprachen aber: Ja nicht auf das Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde im Volk! |
| 6 | Da nun Jesus war zu Bethanien im Hause Simons des Aussatzigen, |
| 7 | trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Glas mit kostlichem Wasser und goft es auf sein Haupt, da er zu Tisch saft. |
| 8 | Da das seine Junger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu dient dieser Unrat? |
| 9 | Dieses Wasser hatte mogen teuer verkauft und den Armen gegeben werden. |
| 10 | Da das Jesus merkete, sprach erzu ihnen: Was bekummert ihr das Weib? Sie hat ein gut Werk an mirgetan. |
| 11 | Ihr habt allezeit Arme bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. |
| 12 | Dafi sie dies Wasser hat auf meinen Leib gegossen, hat sie getan, daß man mich begraben wird. |
| 13 | Wahrlich, ich sage euch, wo dies Evangelium geprediget wird in der ganzen Weit, da wird man auch sagen zu ihrem Gedachtnis, was sie getan hat. |
| 14 | Da ging hin der Zwolfen einer, mit Namen Judas Ischariot, zu den Hohenpriestern |
| 15 | und sprach: Was wolltihr mirgeben? Ich will ihn euch verraten. Und sie boten ihm dreißig Silberlinge. |
| 16 | Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn verriete. |
| 17 | Aber am ersten Tage dersüßen Brote traten die Jünger zu Jesu und sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir dir bereiten, das Osterlamm zu essen? |
| 18 | Er sprach: Gehet hin in die Stadt zu einem und sprechet zu ihm: Der Meister laßt dir sagen: Meine Zeit ist hier; ich will bei dir die Ostern halten mit meinen Jungern. |
| 19 | Und die Junger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Osterlamm. |
| 20 | Und am Abend setzte er sich zu Tische mit den Zwolfen. |
| 21 | Und da sie alien, sprach er: Wahrlich, ich sage euch, einer unter euch wird mich verraten. |
| 22 | Und sie wurden sehr betrubt und huben an, ein jeglicher unter ihnen, und sagten zu ihm: Herr, bin ich's? |
| 23 | Er antwortete und sprach: Der mit der Hand mit mir in die Schüssel tauchet, der wird mich verraten. |
| 24 | Des Menschen Sohn gehet zwardahin, wie von ihm geschrieben stehet; doch wehe dem Menschen, durch welchen des Menschen Sohn verraten wird! Es ware ihm besser, daß derselbige Mensch noch nie geboren ware. |
| 25 | Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich's, Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. |
| 26 | Da sie aber alien, nahm Jesus das Brot, dankete und brach's und gab's den Jungern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. |
| 27 | Und er nahm den Kelch und dankete, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus! |
| 28 | Das ist mein Blut des Neuen Testaments, welches vergossen wird fur viele zur Vergebung der Sunden. |
| 29 | Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewachs des Weinstocks trinken bis an den Tag, da ich's neu trinken werde mit euch in meines Vaters Reich. |
| 30 | Und, da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Olberg. |
| 31 | Da sprach Jesus zu ihnen: In dieser Nacht werdet ihr euch alle argern an mir; denn es stehet geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. |
| 32 | Wenn ich aber auferstehe, will ich vor euch hingehen in Galilaa. |
| 33 | Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn sie auch alle sich an dir argerten, so will ich doch mich nimmermehr argern. |
| 34 | Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn krahet, wirst du mich dreimal verleugnen. |
| 35 | Petrus sprach zu ihm: Und wenn ich mit dir sterben mußte, so will ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger. |
| 36 | Da kam Jesus mit ihnen zu einem Hof, der hieli Gethsemane, und sprach zu seinen Jungern: Setzet euch hier, bis daß ich dorthin gehe und bete. |
| 37 | Und nahm zu sich Petrus und die zwei Sohne des Zebedaus und fing an zu trauern und zu zagen. |
| 38 | Da sprach Jesus zu ihnen: Meine Seele ist betrubt bis an den Tod; bleibet hier und wachet mit mir! |
| 39 | Und ging hin ein wenig, fiel nieder auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist's moglich, so gehe dieser Kelch von mir; doch nicht, wie ich will, sondern wie du willst. |
| 40 | Und er kam zu seinen Jungern und fand sie schlafend und sprach zu Petrus: Konnet ihr denn nicht eine Stunde mit mirwachen? |
| 41 | Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach. |
| 42 | Zum andernmal ging erwieder hin, betete und sprach: Mein Vater, ist's nicht moglich, daß dieser Kelch von mir gehe, ich trinke ihn denn; so geschehe dein Wille. |
| 43 | Und er kam und fand sie abermal schlafend, und ihre Augen waren voll Schlafs. |
| 44 | Und er ließ sie und ging abermal hin und betete zum drittenmal und redete dieselbigen Worte. |
| 45 | Da kam erzu seinen Jungern und sprach zu ihnen: Ach, wollt ihr nun schlafen und ruhen? Siehe, die Stunde ist hier, daß des Menschen Sohn in der Sunder Hande uberantwortet wird. |
| 46 | Stehet auf, laßt uns gehen! Siehe, er ist da, der mich verrat! |
| 47 | Und als er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwolfen einer, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und mit Stangen von den Hohenpriestern und Altesten des Volks. |
| 48 | Und der Verrater hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist's; den greifet. |
| 49 | Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Gegrußet seiest du, Rabbi! und kussete ihn. |
| 50 | Jesus aber sprach zu ihm: Mein Freund, warum bist du kommen? Da traten sie hinzu und legten die Hande an Jesum und griffen ihn. |
| 51 | Und siehe, einer aus denen, die mit Jesu waren, reckte die Hand aus und zog sein Schwert aus und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohrab. |
| 52 | Da sprach Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert an seinen Ort; denn wer das Schwert nimmt, der soil durchs Schwert umkommen. |
| 53 | Oder meinest du, daß ich nicht konnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwolf Legionen Engel? |
| 54 | Wie würde aber die Schrift erfullet? Es mull also gehen. |
| 55 | Zu der Stunde sprach Jesus zu den Scharen: Ihr seid ausgegangen als zu einem Morder mit Schwertern und mit Stangen, mich zu fahen; bin ich doch taglich gesessen bei euch und habe gelehret im Tempel, und ihr habt mich nicht gegriffen. |
| 56 | Aber das ist alles geschehen, daß erfullet würden die Schriften der Propheten. Da verlielien ihn alle Junger und flohen. |
| 57 | Die aber Jesum gegriffen hatten, fuhreten ihn zu dem Hohenpriester Kaiphas, dahin die Schriftgelehrten und Altesten sich versammelt hatten. |
| 58 | Petrus aber folgte ihm nach von feme bis in den Palast des Hohenpriesters und ging hinein und setzte sich zu den Knechten, auf daß er sahe, wo es hinaus wollte. |
| 59 | Die Hohenpriester aber und Altesten und der ganze Rat suchten falsch Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn toteten, |
| 60 | und fanden keins. Und wiewohl viel falsche Zeugen herzutraten, fanden sie doch keins. Zuletzt traten herzu zwei falsche Zeugen |
| 61 | und sprachen: Er hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes abbrechen und in dreien Tagen denselben bauen. |
| 62 | Und der Hohepriester stund auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts zu dem, was diese wider dich zeugen? |
| 63 | Aber Jesus schwieg stille. Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm: Ich beschwore dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob du seiest Christus, der Sohn Gottes. |
| 64 | Jesus sprach zu ihm: Du sagst es. Doch sage ich euch: Von nun an wird's geschehen, daß ihr sehen werdet des Menschen Sohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen in den Wolken des Himmels. |
| 65 | Da zerrili der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat Gott gelastert; was bedurfen wirweiter Zeugnis? Siehe, jetzt habt ihr seine Gotteslasterung gehort. |
| 66 | Was dünkt euch? Sie antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. |
| 67 | Da speieten sie aus in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fausten. Etliche aber schlugen ihn ins Angesicht |
| 68 | und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist's, der dich schlug? |
| 69 | Petrus aber sali draulien im Palast. Und es trat zu ihm eine Magd und sprach: Und du warest auch mit dem Jesu aus Galilaa. |
| 70 | Er leugnete aber vor ihnen alien und sprach: Ich weili nicht, was du sagest. |
| 71 | Als er aber zur Tür hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die da waren: Dieser war auch mit dem Jesu von Nazareth. |
| 72 | Und er leugnete abermal und schwur dazu: Ich kenne den Menschen nicht. |
| 73 | Und fiber eine kleine Weile traten hinzu, die da stunden, und sprachen zu Petrus: Wahrlich, du bist auch einer von denen; denn deine Sprache verrat dich. |
| 74 | Da hub er an sich zu verfluchen und zu schworen: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krahete der Hahn. |
| 75 | Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: Ehe der Hahn krahen wird, wirst du mich dreimal verleugnen. Und ging hinaus und weinte bitterlich. |